Freizeitstress
August 8, 2008
Ahoi!
Also, damit wir nicht nochmal vorgeworfen bekommen wir seien faul, hier ein Beweis echten Freizeit-Stresses: Von Hoi An aus haben wir uns letzte Woche mit besagten kg Schneiderware mehr im Gepaeck weiter Richtung Norden fortbewegt ueber Hue (Praedikat ganz nett, aber eine fuer busgeschaedigte Personen zu lange Bustour = 12 Stunden durch die demilitarisierte Zone) und “Klimbim” = Ninh Binh. Letzteres war ein Traum in Gruen, mit Reisfeldern drumherum soweit das Auge blicken kann und vielen kleinen Fluesschen. Ueber einen solchen Fluss haben wir uns in einem Ruderboot schippern lassen (in dieser Gegend pflegen die Vietnamesen mit den Fuessen zu rudern, sieht sehr lustig aus), an hohen Felsen vorbei und durch Grotten hindurch…Insgesamt ist die ganze Gegend sehr untouristisch, und als wir uns verfuhren, haben wir von 3 Vietnamesen ohne Englischkenntnisse ca. 5 verschiedene Wegesrichtungen aufgezeigt bekommen haben – was natuerlich dazu gefuehrt hat, dass wir auf Holperwegen inmitten von Reisfeldern gelandet sind. Pure adventure!
Von Ninh Binh aus haben wir dann eine Bootstour durch Halong Bay (eine Bucht mit beeindruckenden Felsen, durch die man rumkurvt) gebucht…Weil der Papa vom Hotel dort natuerlich einen Freund in Halong City hatte, der solche Touren organisiert - ist doch klar! (Das Prinzip “jeder kennt jeden” wird hier wirklich perfektioniert). War zwar eine 3 Tage / 2 Naechte – all inclusive – Touritour, aber wir haben von allen Ecken gehoert, dass die Touren durch Halong Bay kaum individuell zu gestalten ist. Also gut. Doch es sollten alle Erwartungen uebertroffen werden, die wir je an eine pauschal gebuchte Tour hatten…J Falls unter den geneigten Lesern jemand “Club Las Piranjas” von HP Kerkeling kennt – ja, so aehnlich war es!
Sind am Mittwoch um 5h morgens in Ninh Binh mit dem local bus aufgebrochen nach Halong City. Gleich nach der Bootsbesteigung dort gab es rohen Fisch zum Mittagessen (nein, die Intention war nicht, Sushi zu servieren…) und danach das erste Highlight: Besichtigung einer Tropfsteinhoehle mit total natuerlicher Beleuchtung (Neon-Leuchtstoffroehren in allen Farben), in der ca. 200 Touristen gleichzeitig durchgeschleust wurden (“Please move quickly”), um am Ende des Ganges wieder auf dem Boot zu landen (“Please make sure you enter YOUR boat!” … weil alle “same same” vom Aussehen her.) Die beeindruckenden Felsen haben wir dann leider auch kaum zu sehen bekommen, weil es zunehmend wolkig wurde und puenktlich als wir auf Cat Ba Island (unserem ersten Uebernachtungsort) landeten, ging ein Regensturm sondergleichen los. Das Hotel “Harbour Inn” entpuppte sich als absolute Luxusabsteige mit ueberfluteten Fluren, schimmligen Waenden und Kakerlaken im Zimmer. Unser Tourguide Mr. Lucky hat sich aber alle Muehe gegeben und sich mit einem Dauergrinsen auf dem Gesicht redlich bemueht, die Stimmung zu heben…O-Ton: “So, ladies and gentlemen – we will all have dinner at 7 pm, don’t miss it because it is going to be very good. And later we’ll all go to the karaoke bar and have so much fun together! And for tomorrow I ordered good weather and it’s going to be very good cause I’m always very lucky!” (Daher der Name.) Fluchtgedanken vonseiten der Reisegruppe KW&SP…Das mit dem Wetter hat dann doch nicht geklappt, weil sich Taifun “Kammuri” in Richtung vietnamesische Kueste aufgemacht hat und wir morgens zum Klang trommelden Regens erwachten. Statt Trekking- und Kajaktour gab es daher folgendes Programm: Um 8h morgens den Bus zum Hafen von Cat Ba Island nehmen, dort 2h in vollbesetztem Bus ohne Klimaanlage auf die Abfahrt des Bootes nach Halong City warten, um 11h Rueckkehr zum Hotel, weil der Sturm schon zu stark war, Androhung einer weiteren Nacht im “Harbour Inn” (erneute Fluchtgedanken der Reisegruppe im Sinne von Hotel-auf eigene-Faust-suchen), dann doch Tickets fuer die letzte Fahrt ans Festland mit einem “Speedboat” (welches sich als rostiger Schipperkahn entpuppte), 3-stuendige Ueberfahrt in der 3. Klasse (auf einer Bierbank) mit kotzenden Asiaten an Bord, dann zweieinhalbstuendige Busfahrt von Haiphong nach Hanoi. Abends um 19.30h waren wir dann in Hanoi, um dort bei sintflutartigem Regen nach einem Hotel zu suchen. Leider war alles voll, weil so viele Touristen fruehzeitig aus Halong Bay zurueckgekommen bzw. gar nicht erst aufgebrochen waren…nass bis auf die Haut sind wir dann doch irgendwo untergekommen.
Ich glaube wir koennen behaupten, die skurrilsten Tage unserer Reise erlebt zu haben…2 Tage Touri-total-Tour mit nicht viel anderem als Aufenthalt in Bussen oder auf Booten, und das Ganze fuer schlappe 70USD. J Wir tragen es mit Fassung – dafuer sind wir schon zu lange in Suedostasien unterwegs. Alles halb so wild, wir haben auf dem Halong-Bay-Trip immerhin viele nette gleichgesinnte Reisende getroffen, mit denen wir uns ueber all die surrealen Situationen koestlich amuesiert haben.
Heute haben wir einen netten Stadtbummel durch die schoenen Gassen von Hanoi unternommen und werden am Sonntag nochmal nach Sapa fuer 2 Tage Trekking aufbrechen. Jeder, der uns heute statt dem einfachen Zugticket eine all-inclusive-trekkingtour anbieten wollte, wurde mit einem einzigen Blick zum Schweigen gebracht. Cheers!
August 9, 2008 at 4:04
Hola Ihr zwei Huebschen,
???
sind gerade in Hoi An angekommen.. hier ist das Wetter endlich mal wieder ganz annehmbar, nachdem Mui Ne und Dalat im Regen untergegangen sind. Eure Tour hoert sich ja klasse an, wo kann man die nochmal buchen
Eure Blog ist sooo super geschrieben, wir koennen richtig mitfuehlen. Danke fuer den Tipp mit Sinh Cafe, wir haben dort unser Open Bus Ticket gekauft und sind echt zufrieden mit den Bussen (MuiNe Dalat sogar im privaten Minivan).
Also, meld mich, wenn ich weiss, wann wir hier weiterfahren.
Glg, Dirk und Chris.
August 11, 2008 at 9:01
Hallo ihr zwei hübschen pauschal Touris
Wer hat hier jemandem vorgeworfen er sei faul????
sie wars sie wars , er wars er wars .
So war das ja nicht gemeint nur geht meine Zeit hier auch schneller rum wenn ich was erfreuliches neues lese.
Die Zeit fliegt und ihr kommt ja jetzt schon bald euerem Ende entgegen.
Wenn ich wüsste wann ihr zurück kommt und ich Zeit hab könnte ich euch eventuell abholen auser ihr landet in Berlin oder so.
Weiter so mit den Berichten und sagt bescheid wann ihr zurück fliegt
Glg Aggel
August 12, 2008 at 1:53
„WER DEN LEIBEN LANGEN TAG NUR IM BETT LIEGEN MAG, DER IST KEINAAAAAAA VON UNS!!“ (ich zitiere/singe Club Las Piranhas)
Ihr Lieben, ein bisschen Spass muss immer sein!! Aber ich bin beruhigt, dass Ihr auch solche Erlebnisse sportlich seht. War gestern Abend ein wenig geschockt, also man von Unwettern in Vietnam in der Tagesschau berichtete, da musste ich gleich mal nach Euch sehen!
Weiterhin fröhliches Same-Same und noch ein paar Sonnenstrahlen,
,
herze Euch aus dem furchtbar verregneten DDorf (aber genau das richtige Wetter um ohne schlechtes Gewissen Olympia gucken zu dürfen
Eure Biggi (und wie hieß Hape doch gleich??)
August 15, 2008 at 9:35
Hello Ladies and Gentlemen,
this is your captain speaking! Welcome on board – achne, darauf müßt ihr ja noch ein paar Tage warten. Also ich versprech Euch, mit dem Captain van der Flucht hättet Ihr so nen Horrortrip nicht gehbt – aber genau sowas macht ja das Reisen charmant und spannend. Also genießt eure letzten Tage, und denkt dran, immer erst selbst die Maske aufsetzen, dann Müuttern und Kindern helfen.
Thank you for flying with HoffmanaAir!
PS: Hat der Pohlmannski den den offiziellen Roller-Frauen-Beförderungstest incl. Lizenz gemacht und darf sich somit Roller-Captain nennen?